Beschreibung
Die Buschtomate Gutingi produziert besonders saftige und im Süße-Säure-Verhältnis ausgewogene Früchte. Sie ist ertragreich bei einem eher kompakten Wuchs mit kürzeren Seitentrieben. Die Früchte eignen sich sowohl für die Verarbeitung zu z.B. Passata, als auch für den Frischverzehr. Wegen ihrer Größe findet sie sehr gut Verwendung
im Sortiment für Betriebe mit Direktvermarktung und SoLaWis. Die Haupternte findet im August und September statt. Durch das eher offene Laub sind die roten Früchte leicht zu finden.
Gutingi verfügt über eine sehr hohe Feldresistenz gegen Phytophthora infestans und kann daher ungeschützt im Freiland angebaut werden. Die Pflanzen werden nicht ausgegeizt und müssen nicht angebunden werden. Gute Nährstoffversorgung und gleichbleibendes Wasserangebot erhöhen den Ertrag, aber sie sind auch bei reduzierter Düngung und Bewässerung leistungsfähig.
Standortansprüche
Geringe Ansprüche an Düngung und Bewässerung, sonnig und luftig im Freiland.
Aussaat
Ab Mitte Februar. Ziel ist, blühend nach dem letzten Frost zu pflanzen. Saattiefe 0,2 – 0,5 cm.
Keimung
18 – 24 °C, 10 – 14 Tage.
Kultur
Nach der Ausbildung des ersten Laubblatts pikieren und topfen. Die Pflanze sollte dabei bis kurz unter die Keimblätter mit Erde bedeckt sein, um ausreichend Wurzeln bilden zu können.
Abstand
60 – 100 cm in der Reihe und 100 – 200cm zwischen den Reihen je nach Bodentyp, Wasserangebot und Bedarf an Erntewegen; Im Topf: 8-20 Liter.
Ernte
Ab Juli – Oktober.
Weitere Informationen
NEU IN DEUTSCHLAND: Tomaten ohne ausgeizen im Freiland anbauen! Erstmalig gibt es Sorten für den vereinfachten Anbau, um auch die Versorgung im Winter zu verbessern.
Unter Beteiligung von vielen Kolleg*Innen des Amateur- und Erwerbsgartenbaus, der Jungpflanzenproduktion, aus Forschung und Beratung wurden diese Sorten ÖKOLOGISCH im Freiland gezüchtet und zugelassen1. Die ertragreichen neuen Sorten zeichnen sich durch eine verbesserte Feldresistenz gegen KRAUT- und BRAUNFÄULE aus ohne die Qualität der Früchte zu vernachlässigen. Sie sind auch bei reduzierter Düngung und Bewässerung leistungsfähig.
Die neuen Buschtomaten-Sorten wurden besonders für den Anbau in der Solidarischen Landwirtschaft mit Möglichkeit zur Verarbeitung zu Passata, Tomatenmark oder eingekochten ganzen Früchten zur Versorgung über den Winter sehr positiv getestet. Auch die Trocknung in einer professionellen Anlage war erfolgreich. Für großflächigen Feldanbau ist es optimal, verschiedene Absatzwege inklusive Frischmarkt einzurichten. Der Anbau auf Strohmulch wird empfohlen, um die Früchte trocken und sauber zu halten. Mäuse- und Schneckenfraß möglichst vorbeugen. Die Haupternte findet in August und September statt.
Anbau
• in Feld und Beet: Ca. 1 Pflanze / m² je nach Bodentyp und Wasserangebot.
• im Hochbeet 1 Pflanze/m². Die überhängenden Triebe nutzen die Seiten und die Früchte bleiben sauber.
• im Container ab 8 Liter mit sehr fruchtbarem Substrat.
Wir möchten die Beratung zum Anbau dieser neuen Kultur natürlich verbessern. Senden Sie uns Ihre Erfahrungen, gerne mit Fotos, an Freiland-Tomatenprojekt@uni-kassel.de!
Erwerbsbetriebe können sich wegen Mitarbeit im Projekt wie den Test von Zuchtlinien und Anbauberatung an die gleiche Adresse wenden.